Erich Kästner

Erich Kästner ist ein deutscher Schriftsteller, der am 23. Februar 1899 in Dresden zur Welt kommt Er ist der Sohn des Sattlermeisters Emil Richard Kästner und der späteren Friseuse Ida Kästner. Zu seiner Mutter hat er eine tiefe Zuneigung. Bis zu ihrem Tod im Jahre 1951 schreibt er ihr beinahe täglich Briefe.

Schule und Studium

Er wird 1906 in Dresden eingeschult. Ab 1913 besucht er ein Lehrer-Seminar in Dresden. Der achtzehnjährige Erich Kästner muss 1917 als Soldat am 1. Weltkrieg teilnehmen. Gezeichnet von einem schweren Herzleiden kehrt er 1918 zurück. In seinem Gedicht „Kennst du das Land, wo die Kanonen blühn?“ prangert er später den deutschen Militarismus an. 1918 besteht er das Kriegsabitur mit Auszeichnung und erhält ein Stipendium der Stadt Dresden. Er beginnt ein Studium in Leipzig, das er später in Rostock und Berlin fortsetzt. Die von ihm gewählten Fächer sind Germanistik, Geschichte, Philosophie und Theatergeschichte. 1925 promovierte er zum Dr. phil.

Der Autor Erich Kästner: Erste Veröffentlichungen

Bereits als Schüler veröffentlicht Erich Kästner Gedichte in der Schülerzeitung des Dresdener König-Georg-Gymnasium. Während seines Studiums ist er Mitarbeiter der „Neuen Leipziger Zeitung“. 1927 erregt die Veröffentlichung eines erotischen Gedichts die Gemüter führt und zu seiner Entlassung. Erich Kästner arbeitete danach als freier Mitarbeiter für verschiedene Blätter, schreibt Theaterkritiken und ist ein geschätzter Autor der „Weltbühne“, die von dem Pazifisten Carl von Ossietzky herausgegeben wird. Buchverlage werden auf Erich Kästner aufmerksam. 1928 veröffentlicht er den Gedichtband „Herz auf Taille“, ein Jahr später folgt der Band „Lärm im Spiegel“.

Der Kinderbuchautor Erich Kästner

Mit dem Kinderroman „Emil und die Detektive“ gelingt Erich Kästner ein Welterfolg. Das 1929 erschienene Buch wird in 24 Sprachen übersetzt und 1931 zum ersten Mal erfolgreich verfilmt. Weitere Kinderbücher folgen: 1931 „Pünktchen und Anton“ und 1933 „Das fliegende Klassenzimmer“.

Nazi-Berufsverbot von 1933 bis 1945

In seinem Roman „Fabian“ beschreibt Erich Kästner bereits 1931 das demoralisierte Bürgertum. In zahlreichen zeitkritischen Texten für das Kabarett geißelt er die politische Entwicklung zum Ende der Weimarer Republik. Deshalb gilt er nach der Machtergreifung der Nazis als „unerwünscht“ und wird mit Berufsverbot belegt. In den Jahren 1937 bis 1940 wird Erich Kästner mehrmals verhaftet, aber immer wieder aus der Haft entlassen. Obwohl ihm die Nazis ein totales Schreibverbot erteilen, bleibt er in Deutschland. Unter Pseudonym kann er 1942 das Drehbuch für den Ufa-Film „Münchhausen“ schreiben. Auch zwei Romane entstehen. 1934 „Drei Männer im Schnee“ und vier Jahre später „Georg und die Zwischenfälle“. Beide Bücher können nur im Ausland erscheinen. 1944 wird seine Dresdener Wohnung bei einem Bombenangriff zerstört. Erich Kästner zieht mit seiner Lebensgefährtin Luiselotte Enderle zusammen.

München

Nach dem 2. Weltkrieg wagt Erich Kästner einen Neuanfang in München. Wieder schreibt er für das Kabarett. Er wird Leitender Feuilleton-Redakteur der „Neuen Zeitung“ in München. 1946 veröffentlicht er mit dem Gedichtband „Bei Durchsicht meiner Bücher“ sein erstes Buch im Nachkriegsdeutschland. Er schreibt auch wieder für Kinder. 1949 erscheinen die Bücher „Das doppelte Lottchen“ und „Die Konferenz der Tiere“. Er wird 1951 Präsident des Westdeutschen Pen-Zentrums und übt dieses Amt bis 1961 aus. Er gründet das Kabarett „Die kleine Freiheit“ und gibt eine Zeitschrift für junge Leute heraus. In 1950er Jahren erhält Erich Kästner zahlreiche Auszeichnungen, darunter den angesehenen Georg-Büchner-Preis. 1957 wird sein Sohn Thomas geboren, der bei seiner Mutter Friedl Siebert in Berlin aufwächst.

Am 29. Juli 1974 stirbt Erich Kästner in München.

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